Archiv der Kategorie: Kulinarisches

Paulines Einschulungs-Tag

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Feiert „man“ den Schulanfangs-Tag eines Kindes, das vor sechseinhalb Jahren bei seiner Geburt gestorben ist? Heute bin ich dankbar und stolz, dass wir so verrückt sind, das zu tun. Denn es waren zwei so wunderschöne Tage, mit so viel Nähe zu unserer „Großen“ und Bedeutung für sie, wie schon lange nicht mehr. Und mit zwei tief berührenden Erfahrungen, die wieder einmal – wie auch schon lange nicht mehr – dicht spürbar geworden sind: wie wir umgeben sind von lieben Menschen, die mit uns aktiv teilen, was unaussprechlich ist und uns, fast auf Zuruf, spontan zur Seite springen und da sind. Und das Gefühl von Stolz, Eltern unserer Pauline zu sein. Stolz auf das Kind, das wir die Absicht gehabt hatten, jetzt in die Schule gehen zu lassen. Stolz auf unsere große Tochter.

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Dieser innere Stolz überfiel mich gestern unerwartet in einer klaren, heftigen Sekunde, als wir – auch verrückt – hinten im ökumenischen Einschulungsgottesdienst unseres Ortes in der Kirche standen und dabei sein wollten. Sehen, wie das ist, als Eltern von Pauline dabei sein, uns mit den lebenden Kindern dieses Jahrgangs konfrontieren. Diesen Schritt im Leben von Eltern mitgehen, bei dem ein Kind wieder ein Stück mehr losgelassen werden muss. Auch ein Trauerkind wächst weiter und wird groß.

Das letzte Mal hatte ich dieses heftige Gefühl von Stolz gehabt, als die Liebste und ich bei der Vorbereitung von Paulines Beerdigung geübt haben, den – in der Übung noch imaginären – kleinen Sarg von der Kapelle über die Friedhofswege zur Grabstelle zu tragen. In der Übung und dann einen Tag später auch im wirklichen Tun. Als wir, wie selten und kostbar  für uns, „öffentlich“ sichtbar waren als Eltern dieses Kindes. Die Liebste erinnerte mich daran, dass sie schon bei Paulines Geburt gedacht hat: ich werde zum Einschulungsgottesdienst gehen!

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Den Einschulungsgottesdienst mitzuerleben war, auch wenn der Gedanke vielleicht nahe liegt „wieso ziehen die sich das ´rein?“, richtig gut. Und so ein Lied, das der Gemeindekinderchor sang: „Du bist ein Voll-, Voll-, Volltreffer Gottes, ein Volltreffer Gottes bist Du“ ist uns (die wir sonst durchaus distanziert den poetischen Ausbrüchen der zeitgenössischen Kirchenmusik gegenüber stehen) ein Ohrwurm geworden. Diesen Gedanken auch auf meine nicht mehr lebende Tochter mit ihrem ihr eigenen Weg zu beziehen hat mich zum Weinen gebracht aber auch in mir wieder meine Akzeptanz ihres Weges aufleuchten lassen.

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Und heute kamen die (erst vor wenigen Tagen oder auch erst gestern eingeladenen) FreundInnen zu Besuch und wir kochten im Garten über dem offenen Feuer zum ersten Mal im neuen Feuertopf (besonders die Männer waren begeistert davon, sogar der Nachbar, der vorbei kam;-) eine blubbernde Suppe, backten Stockbrot und fuhren und wanderten dann, sieben Erwachsene und fünf Kinder, auf die Höhe über unserem Ort zum dortigen offenen Waldklassenzimmer. Als ich vor einer Woche überlegt hatte, was ich an diesem Tag machen will, leuchtete ein Bild  vor meinem inneren Auge auf und da wusste ich: ich will was tun und diesen Tag aktiv begehen! Für Pauline einen bunten Blumenstrauß und eine Kerze auf einen der Schultische der Waldschule bringen…

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die kleine Dame beklebte bunt und fröhlich eine Schultüte mittlerer Größe (und bestand auch darauf das allein zu tun), die Liebste nähte einen Bezug dafür, aus dem wir jetzt ein Kissen machen können, während die „innere“ bunt beklebte jetzt in Paulines kleinem Garten liegt, ich kaufte Blumen bei einer Frau mit prächtigem Garten in unserem Ort und machte daraus einen bunten Kranz mit einer Minischultafel, auf der mit weißer Schrift ein Gruß steht und der um die Kerze stehen sollte.

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Im Waldklassenzimmer suchte die kleine Dame den Platz aus, der Paulines sein sollte, wir schrieben einen Gruß auf die Kerze, legten die leuchtend gelb-orange Schultüte dazu und dann gab es das mitgebrachte Kaffee-Picknick (u.A. Möhren-Muffins mit ausgeschnittenen Schultütchen drauf). Die Kinder spielten und malten, balancierten und die Großen quatschten und plauderten.

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Leicht und fröhlich war das.

Und weils auch lecker war, hier das Rezept für die weltbeste Karamel-Kuchenglasur (ausreichend für ca. 25 Muffins, für einen runden Kuchen kann es halbiert werden): 10 EL braunen Zucker mit 4 EL Butter und 4 EL Milch in einer Pfanne für 3 Minuten kochen. Noch heiß über die Muffins (hier hatten wir Möhren-Mandelkuchen-Teig verwendet, zu dem die Glasur auch ursprünglich gehört) geben und dann trockenen lassen. Schmeckt soft knisternd nach Karamel-Toffee-Bonbons!

Ein Teil des Besuches musste gehen, es war schon Abend geworden, mit dem Rest brachten wir die Papp-Schultüte in Paulines Garten auf den Friedhof und mit einem weiteren Rest heizten wir die Suppe überm Feuer nochmal für den Abend auf und sprachen im dunkel Werden über den großen Reichtum, den Kinder im Leben bedeuten können und über die vielen Wege, die Menschen nach dem frühen Verlust eines Kindes gegangen sind und gehen, um doch noch andere Kinder in ihrem Leben willkommen heißen zu dürfen. Und über den Segen, den auch die Gegangenen von woanders her vielleicht dazu geben. Und das Vertrauen, das nötig ist. Und über die Täler und Höhen auf diesen Wegen.

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Die kleine Dame und die kleine Tochter des Besuchs hörten wir in der Zeit von drinnen vor Entzücken quietschen, weil sie dort drei Folgen „Die kleine Prinzessin“ gucken durften. Welch ein Glück!

 

P.S.: Weil das immer, aber auch am Sonntag eine große Freude ist und diese zwei Tage auch eine waren, verlinke ich diesen Artikel jetzt noch schnell als Sonntagsfreude bei Kreativberg und wegen der super-Karamel-Fudge-Kuchen-Glasur morgen bei Mmmonday und wegen des Blumenkranzes, den ich in eine Kranzform aus Zink in Steckschaum gesetzt habe, auch bei der schönen Aktion Fridayflowers.

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Osterfarben, Osterlämmchen

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Unser Ostern war schön, ruhig und bunt.

Der Osterstrauss, gepflückt am Vortag von der kleinen Dame…

Und nachdem der Oasterhase in Aktion getreten war, wurde schon vor dem Frühstück im Garten eine Eier-Such-Session zum unbedingten Muss.

 

Hase aus dem Ei

 

 

 

 

 

 

 

Dann ein osterfarbenfrohes Frühstück mit der Liebsten alljählichem Osterzopf und

 

meinem und der kleinen Dame weltsaftigestem Osterlämmchen. Hier das Rezept:

WELTSAFTIGSTES OSTERLAMM

Zutaten:

2 mittelgroße Eier, 120 g Butter, 110 g Puderzucker, 1 Päckchen Vanillezucker, 1 Prise Salz, 100 g Dinkelmehl (feinausgemahlen), 60 g gemahlene Mandeln, 100 g gehackte Schokolade, 1 TL Backpulver, Butter und Semmelbrösel für die Form, etwas Puderzucker zum Bestäuben.

Zubereitung:

Eier trennen, Eiweiß mit der halben Zuckermenge steif schlagen. In einer anderen Schüssel Zucker, Vanillezucker, Salz, Eigelbe und Butter schaumig rühren. Das mit Schokoladenstückchen, Mandeln und Backpulver gemischte Mehl unterrühen. Von dem Eischnee 2-3 EL abnehmen und nach und nach unter den Teig rühren, um ihn geschmeidiger zu machen. Dann den Eischnee unterheben. Die Formhälften fetten und mit Semmelbröseln ausstreuen (v.A. die Ecken und Vertiefungen gut bearbeiten) und die Form zusammensetzen (Kontaktflächen vorher von den Semmelbröseln freiwischen). Den Teig EL-weise die Form füllen, v.A. beim Kopf immer mal „nachstopfen“, glattstreichen. Auf einem Blech stehend auf der untersten Einschubleiste 30-45 Minuten backen. Mit einem Holzstäbchen vom Bauch bis zum Rücken (nicht Kopf) des Schafes die Garprobe machen. Wenn kein Teig mehr anhaftet, ist das Lämmchen fertig.

Für 10 Minuten in ein feuchtes Tuch einwickeln, dann aus der Form holen, auskühlen lassen und mit Puderzucker bestreuen, ggf. schmücken.

Köstlich saftig und schokoladig. Viel Spaß beim Nachbacken (der Teig eignet sich natürlich auch, bei entsprechend kürzerer Backzeit, für Muffins und Co).

Guten Appetit.

Osterlämmchen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zudem lieferten Garten und kleiner Deich die Zutaten für die Tischdeko. Nur die gelbe Kerze stammt von ebensolch-blauem Schweden, wo es jetzt endlich mal aus einer farbigen Stearin-Stumpenkerze nicht nach Duftaromen stinkt.

Moosblütenwiese

Und nach einer weiteren aus- und ergiebigen Garten-Durchforstung auf den Spuren des Hasen brachen wir zum Osterspaziergang auf – über die Wiesenschaumkraut-überduftete Streuobstwiese, die Osterlämmer besuchen, die kürzlich hier wieder eintrafen.

Wiesenschaumkrautstrauß

 

Frühlingsfreuden

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Es frühlingt – gelbes Leuchten im Garten und überall. Auch auf unserem Jahreszeitentisch, wo der Huflattichstrauß, den die kleine Dame mir gestern -in ihrer ganzen, vollen kleinen Hand- in mein Arbeitszimmer brachte, zum Kranz geworden ist. Sie stürmte ´rein und vorneweg am lang vorgestreckten Arm kam der Huflattich ins Zimmer. Drei mal Strahlen: sie, ich und die Blümchen.

Huflattich-Kranz

Und dann hatte auch die Liebste ein Sträußlein bekommen (unsere Tochter ist sehr Blumen-affin, kein Einkauf, bei dem sie nicht sagt: diese Blumen möchte ich für Mami/Mama mitnehmen – benannt wird dabei jeweils diejenige, die nicht mit einkauft; und jetzt würde sie am liebsten die Gartenbeete leerpflücken, aber das erlaube ich nicht). Wir haben einen Urlaubs-Vorfreude-Tisch gebaut, zum ersten mal für zwei Wochen im Frühling auf die große Insel: das blaue Tuch ist das Wasser und hinter den zarten, schönen Veilchen im kleinen Gläschen meiner Oma steht das erste selbstgefaltete Papierschiffchen der kleinen Dame – gleich mit Bullaugen und Wellen bemalt.

Der Frühling hat auch was Neues in unser Haus gebracht: knooking-Nadeln. Ich kann ja nicht stricken. Aber Häkeln. Und diese neue (?) Technik, die mit Hilfe eines Hilfsfadens aus Häkeln Stricken macht, wollten wir mal probieren. Und es ist schon – mein erstes Probestück – ein wirklich gut funktionierender Küchen-Wisch-Lappen entstanden,

knooking Küchen-Lappen

keine Ahnung, wie das mit den verschiedenen Mustern entstanden ist – mal habe ich den Faden von unten, mal von oben mit der Häkelnadel gegriffen – dadurch sind sie „passiert“.

Und dann die Frage, wie kann ich denn mit dieser komischen Nadel etwas Rundes machen – ausprobiert, was eigentlich ein „Ostersäckchen“ frei nach einer Idee aus der „Mollie makes“ werden sollte – und dann ist es eine Mütze für Puppe Nr. 2 geworden – einfach umgewidmet und verändert. Gehäkelte „Scheibe“ auf dem Hinterkopf, geknooktes Hauptteil und der Rand wieder gehäkelt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und nu wirds nochmal kulinarisch: „Himbeergrübchen“ für den Kuchenverkauf des  Kindergartenbasars letztes Wochenende…

Hallongrottar

und der Einzug des Frühlings in die Kindergartenbrotdose der kleinen Dame: Hasenbrot.

Pausen Brot Frühling

Einen schönen Frühlingsbeginn wünsche ich Allen und verbinde mich jetzt noch mit den anderen „Freutagen„.

Kindergarten-Frühstück … Butterbrotdosengeschichten

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Damit die kleine Dame es in ihren ersten Waldkindergartenwochen leichter hat und immer einen lieben Gruß von Mama und Mami findet, wenn sie ihren Rucksack zum gemeinsamen Frühstück aufmacht, habe ich mich butterbrotdosenmäßig schon manches Mal kunsthandwerklich ausgetobt. Dauert ganz schön, macht aber Spaß und beruhigt mein sorgendes Mutterherz.

Aber ehrlich gesagt: Obst und Gemüse würde sie auch völlig unaufgemotzt restlos vertilgen. Die eher langweiligen Butterbrote packen wir Mittags, auch häufiger nur teilweise bis gar nicht angenagt, wieder aus – manchmal mit etwas Gras oder kleinen Holzbröseln drin. Grüße zurück vom Wald an Mama und Mami.

Kindergartenobst

Beim Zubereiten kommt mir mein Ausstechförmchen-Tick zugute…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Katzenkohlrabi

 

Gurkensonnen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gurken-Paprika-Sonnen: aus Gurkenscheiben eine Form ausstechen, aus einem anderen Gemüse in Kontrastfarbe das Gleiche, Positiv-Form vorsichtig in die Negativ-Form drücken… das leuchtet schön und hat Biss!

 

Guten Appetit!

 

Kasperle erzählt Rotkäppchen für Schwedenmädchen

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Mützchen

Am letzten WE hat es, endlich, geklappt: das seit gefühlten Jahren geplante „Kusinentreffen“. Meine Kusinen mütterlicherseits, z.T. seit sehr vielen Jahren nicht mehr gesehen, kamen mit ihren kleinen Töchtern, die ich bis auf die älteste überhaupt noch nie gesehen hatte, ins Haus der Oma in die sieben Berge. Der Lieblingsneffe auch dazu und dann war die Runde komplett: alle EnkelInnen – z.T. mit den PartnerInnen – und UrenkelInnen meiner Oma auf einem Haufen, ergänzt durch drei Menschen der Großelterngeneration. Und da sollte es etwas besonderes geben:

für die 4 „großen“ Mädchen und das Babymädchen habe ich – mit der Liebsten tatkräftiger Unterstützung – Mini-„Lil“(Laura-Ingalls-Light)-Mützen (mehr dazu hier) ungefüttert genäht, bestickt von ihrer Stickmaschine mit den Anfangsbuchstaben der Kindernamen.

Buchstabenstickerei

Umrandet wurden sie mit einer alten Borte, die ich noch von der Uroma der Kinder hatte. Sie muss sie schonmal verwendet und wieder abgetrennt haben. Dabei haben die Webkanten arg gelitten – deshalb habe ich sie mit feinstem Zickzackstich aufgesteppt. Unsichtbar innen eingenäht ist ein originales Wäschebändchen von der Ur-Uroma der Kinder mit deren Namen, also noch eine Generation zurück. Davon habe ich noch eine ganzes Häuflein.

Auch als Mützenaufhänger zu gebrauchen. Und alles in Schwedenfarben, weil dieses schöne Land in der Familie als Lieblingsurlaubsziel in hohem Kurs steht (und zum Uroma-Webband passte). So hüpften also lauter kleine Schwedenmädchen bullerbümäßig durch den Garten, fädelten Perlen, plantschten im Plantschbecken, malten, futterten und spielten mit Kasperlepuppen. Und die Hütchen blieben – das hat mich natürlich gefreut – völlig freiwillig auf den Köpfen.

UnbenanntFür den Liebslingsneffen ist ein Kleinprojekt seiner Wahl mit gleichen Materialien in Arbeit, eine Lil wollte da doch nicht so passen.

Falls jemand von Euch weiß, wie dieses Verwandtschaftsverhältnis eigentlich offiziell heißt, was also Urenkel zueinander sind, dann freue ich mich über einen Hinweis. Der Einfachheit halber habe ich der kleinen Dame gesagt, ihre Kusinen kommen – und sich hat sich lange darauf gefreut, die kennenzulernen und vorher viel von ihnen gesprochen. Auch weil es in unserer Regenbogenfamilie ihre nicht-genetisch-verwandte Familienseite ist, war es mir wichtig, dass sie diese Kusinen kennenlernt und jetzt weiß, das die zu ihr und ihrer Familie gehören.

Pauline wäre die älteste dieser Kusinen und es brannte bei dem Treffen zum Gedenken ein kleines Licht. Und ihr Armbändchen – das wir zuvor für ihren Tisch  gemacht hatten – diente als Fädel-Beispiel – so war auch sie ein wenig dabei.

Das war ein richtig schönes kleines Fest und darin spielte auch das Kasperletheater eine Rolle. Und das kam so:

Auf dem Dachboden meiner Mama fristeten seit den 70ger Jahren Kasperlepuppen ihr Kistendasein, z.T. noch originalverpackt und nie benutzt, z.T. aber auch durch unsere Kindheits-Kapserlespiele in Mitleidenschaft gezogen. Die haben wir in letzter Zeit nach und nach ausgegraben und, z.B. qua Geburtagsgeschenk von Oma, in Umlauf und in die Hände der kleinen Dame gebracht.

Noch in der DDR hergestellt und mit richtig schönen, kindgerechten Holzköpfen, erfreuen sie mein Herz immernoch wie früher. So war „Schutzmann Schill“ als erster mit durchschlagendem Erfolg – und ganz leicht tumb und verwirrt „Notfall, Notfall, Polizei!“-brüllend – daran gegangen, das Herz der kleinen Dame zu erobern.

Schutzmann Schill

Zum dritten Geburtstag folgten dann Großmutter, Jäger und der äußerst beliebte Prinz Spaghetti-Haar.

Prinz Spaghettihaar

Großmutter und Jäger

Nun muss, so dachte ich kürzlich, wirklich mal der Kasperle her. Den gab es zwar – aber quasi in umgekehrt geköpfter Version: Haupt vorhanden, Leib verschollen.

So musste ein stilistisch passender Körper genäht werden und Kasperle strahlt, trotz reichlich bespielter langer Nase, wieder im neuen, angemessenen Gewand.

Endlich kann er sich auch wieder körpersprachlich ausdrücken. Und traut sich vor die Tür – Sommergenüssen nicht abgeneigt.

Und nachdem wir auch das Rotkäppchen aus seiner DDR-Tüte mit dem zauberhaften Pappaufdruck befreit hatten,

Kasperlepuppen-Verpackung aus den 70gern

noch einer weiblichen Figur die Mutterrolle gegeben und einem Räuber die frei erfundene Figur eines Tierpflegers untergejubelt hatten, konnten die Liebste, der Lieblingsneffe und ich der entzückten Kleinmädchenwelt samt älterer anwesender Generationen das von mir zuvor zum Kasperletheaterstück umgeschriebene Märchen von Rotkäppchen vorspielen – samt frei erfundenem Ende, bei dem der Wolf tagsüber für die Großmutter Holzhacken und putzen, nachts aber zum Schutz der Allgemeinheit im Wildtierpark einsperrt sein muss (wo er immerhin auch Futter bekommt). Ein Kind weinte, weil das Stück vorbei war und ein anderes kam danach hinter den Vorhang gelaufen und sagte: das war schön! Na, wenn das nicht Lobeshymnen sind.

Kasperletheaterstücke sind ja bei Kindern äußerst beliebt, aber leider in entsprechenden Büchern fast alle, soweit mir bekannt, in moralingetränktem Erziehungsauftrag unterwegs. Grimms Märchen in Kasperletheaterversionen kenne ich gar nicht – also mussten wir selber´ran. Rotkäppchen avancierte – seit der Einführung von Märchen in unserem Haushalt vor recht kurzer Zeit – in 0,nix- zum Lieblingsmärchen der kleinen Dame, das 100te Male von ihr mit ihren Figuren oder mit uns nachgespielt wird. Also lag´s nahe, dem Wolf zum Auftritt zu verhelfen.

Weil es viel Spaß gemacht hat, hier der Text zum Nachspielen: Rotkäppchen für Kasperletheaterfiguren, für 2 SpielerInnen, am Ende braucht es eine dritte SpielerIn mit kurzem Texteinsatz (gut für ein älteres Kind zu machen).

Rotkäppchen für Kasperlepuppen  die Rotkäppchen-Crew

Zum Schluss noch zwei kreative Futter-Förder-Teller – Ausstechförmchen machen`s möglich…

Futter für die kleine Dame

Guten Appetit. Mehr Krea-Dienstags-Beiträge wieder hier.

Johannisbeer – Törtchen schmecken nach Sommer

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„My Monday, hmmmm…“ Das ist eine leckere Blog-Aktion von noz-design. Mehr erprobte Rezepte findet ihr also hier.

Obwohl ich in Mamas Garten einen ganzen Strauch abgeerntet hatte war doch schon so viel weggespeist, dass jetzt nur noch ein kleines Schüsselchen da war, um Kuchenfreude zu machen…

…darum kurzerhand ein Glas Kirschen geknackt und gemischt – das ist unerwartet eine echt leckere Kombi.

Und daraus dann einen wirklich sensationell köstlichen Kuchen – bzw. Küchlein – daraus gebacken. Das empfehlenswerte und schnell zu machende Rezept kommt hier:

Johannisbeer (oder Sauerkirsch-, Stachel und andere Beeren-) Törtchen

Zutatenliste: 4 Eier, 140 g Zucker, Salz, 1 TL Backpulver, 125 g Mehl, 125 g Butter, Vanillezucker, 100 g geriebene Mandeln, 1 Becher Creme fraiche, Gewürz (Zimt, Vanille o.Äh. nach Geschmack), 500 g säuerliches Obst wie Beeren

Teig:

aus 125 g Butter, 70 g Zucker, 1 EL Vanillezucker, 1 Ei, 1 Prise Salz, 125 g Mehl, gemischt mit 1 TL Backpulver, 100 g geriebene Mandeln einen Rührteig herstellen und nach und nach mit ca. 1/8 Liter Milch verrühren, bis der Teig schwer reißend vom Löffel fällt.

In gefettete und leicht bemehlte Förmchen (z.B. Silikonmuffinförmchen) oder in Papiermanschetten für Muffins je einen leicht gehäuften TL davon setzen und bei 175°C 15 Min. backen. Auskühlen lassen.

Füllung: Auf jeden kleinen Boden eine Portion Obst geben.

Darüber folgenden Guss löffeln:

3 Eigelb mit 70 g Zucker schaumig schlagen. 1 Becher Creme fraiche, 1/2 TL Gewürz (z.B. Zimt oder gemahlene Vanille) dazu rühren. 3 Eiweiß sehr steif schlagen und unterheben.

Bei 175 °C nochmals 15 Minuten nachbacken, bis der Guss leicht bräunt.

Schmeckt wonniglich saftig und der feinkrümelige Mandelboden ist genau der richtige Untergrund!

Und noch ein Gruß aus Mamas Garten: hier bereitet sie Pfefferminz-Tee vor … gut für gestresste Mägen und zugeich eine super Sommererfrischung (z.B. als Grundlage selbstgemachter Limonade)

Mamas Pfefferminze

12 aus 12 im Juli 13

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Was heute so vor meiner Linse auftauchte. 12 Bilder vom 12. Tag eines Monats – aus dem Alltag gegriffen. Das ist eine schöne Aktion von  Caro („Draussen-nur-Kännchen„).

Morgens, ganz früh schon, mit der noch vom Abend aufgebauten Nähmaschine zwei Quiltnähte gemacht… (mehr demnächst)

Matrioschka quilten

früh los zur Standesamt-Hochzeit einer Kollegin gefahren und mit anderen Kolleginnen und der Liebsten zusammen Hochzeitsblümchen hingetragen. Die kleine Dame war auch nicht faul, überreichte diese mit nicht aufhören wollendem Engagement und

ließ auch die Hochzeitsglöckchen zum Singen erklingen.

Danach ein Bummel über den blumenbunten Markt der historischen kleinen Stadt und…

lokale Kirschen gekauft, günstig und richtig sommerlecker…

und etwas Neues entdeckt: Zuckerwatte-Eis (hier mint-farben mit bunten Einsprengseln):

Eissuppe I Wieder zuhause mit der Liebsten den Gefrierschrank entrümpelt und einen Reste-Fest-Matschebrei gemacht (Vanilleeis, gefrorene Him- und Erdbeeren, gefrorene pürierte Pfirsiche… alles auftauen lassen und mixen…): ergibt eine köstliche Eissuppe (oh, schon wieder Eis).

Im Garten dem Mini-Mitbringsel vom CSD in Köln am letzten Sonntag erfreut zugelächelt …

dem Gartenzwerg-Entzücken unter roten Rosen gefrönt …

und dann losgefahren in Richtung Wochenendziel „Sieben Berge“ – vorher Tanken (1,58,9 Euro, na ja … wieso werden eigentlich die Innenseiten von Tankdeckelklappen immer so total schmutzig? Die Waschanlage hat da natürlich auch keine Möglichkeiten…)

Also, on the road.

Und weil´s so praktisch in der Mitte liegt mache ich oft beim blau-gelben Schweden eine Pause.

Nachdem mich gestern eine Fernsehsendung über viszerales Bauchfett zum Gruseln brachte, sah ich dort zum ersten Mal eines dieser neuen Regal mit schwedischem Sonntags-Süßkram. Also – von nix kommt nix – wenigstens mal probieren, welche daraus ich in Zukunft alle auf gar keinen Fall mehr essen brauche, weil sie eh nicht so toll schmecken…   . Leider waren die meisten ganz gut. Wieder nicht geklappt mit den Psychotricks…

Schließlich im Dunkelwerden meinen Heimatberg am Horizont entdeckt und gefreut (auf dem Foto eben zu erahnen).

Ölberg von der Autobahn

Dann gut angekommen.

Ich hoffe, ihr seid auch alle bei Euren heutigen Zielen gut angekommen und freue mich auf andere 12 von 12-en.