Archiv der Kategorie: Häkeln

Frühlingsfreuden

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Es frühlingt – gelbes Leuchten im Garten und überall. Auch auf unserem Jahreszeitentisch, wo der Huflattichstrauß, den die kleine Dame mir gestern -in ihrer ganzen, vollen kleinen Hand- in mein Arbeitszimmer brachte, zum Kranz geworden ist. Sie stürmte ´rein und vorneweg am lang vorgestreckten Arm kam der Huflattich ins Zimmer. Drei mal Strahlen: sie, ich und die Blümchen.

Huflattich-Kranz

Und dann hatte auch die Liebste ein Sträußlein bekommen (unsere Tochter ist sehr Blumen-affin, kein Einkauf, bei dem sie nicht sagt: diese Blumen möchte ich für Mami/Mama mitnehmen – benannt wird dabei jeweils diejenige, die nicht mit einkauft; und jetzt würde sie am liebsten die Gartenbeete leerpflücken, aber das erlaube ich nicht). Wir haben einen Urlaubs-Vorfreude-Tisch gebaut, zum ersten mal für zwei Wochen im Frühling auf die große Insel: das blaue Tuch ist das Wasser und hinter den zarten, schönen Veilchen im kleinen Gläschen meiner Oma steht das erste selbstgefaltete Papierschiffchen der kleinen Dame – gleich mit Bullaugen und Wellen bemalt.

Der Frühling hat auch was Neues in unser Haus gebracht: knooking-Nadeln. Ich kann ja nicht stricken. Aber Häkeln. Und diese neue (?) Technik, die mit Hilfe eines Hilfsfadens aus Häkeln Stricken macht, wollten wir mal probieren. Und es ist schon – mein erstes Probestück – ein wirklich gut funktionierender Küchen-Wisch-Lappen entstanden,

knooking Küchen-Lappen

keine Ahnung, wie das mit den verschiedenen Mustern entstanden ist – mal habe ich den Faden von unten, mal von oben mit der Häkelnadel gegriffen – dadurch sind sie „passiert“.

Und dann die Frage, wie kann ich denn mit dieser komischen Nadel etwas Rundes machen – ausprobiert, was eigentlich ein „Ostersäckchen“ frei nach einer Idee aus der „Mollie makes“ werden sollte – und dann ist es eine Mütze für Puppe Nr. 2 geworden – einfach umgewidmet und verändert. Gehäkelte „Scheibe“ auf dem Hinterkopf, geknooktes Hauptteil und der Rand wieder gehäkelt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und nu wirds nochmal kulinarisch: „Himbeergrübchen“ für den Kuchenverkauf des  Kindergartenbasars letztes Wochenende…

Hallongrottar

und der Einzug des Frühlings in die Kindergartenbrotdose der kleinen Dame: Hasenbrot.

Pausen Brot Frühling

Einen schönen Frühlingsbeginn wünsche ich Allen und verbinde mich jetzt noch mit den anderen „Freutagen„.

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Winterurlaub an der Ostsee

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Die ersten zwei Tage hier auf der schönen Insel gab es die Sonne noch – wenn auch mit viel kaltem Wind. Vom Schnee vergangener Tage war noch einiges übrig, aber auch schon ´ne Menge weggetaut.

 

 

 

 

 

 

 

Aber dann kam der Schnee: 40 cm Neuschnee, Sturm und horizontal an den Fenstern der Ferienwohnung vorbeirasende Schneeflocken und auf den Straßen überall, wo der Seewind ungehindert darüberstürmen konnte, mir bisher unbekannte Schneewehenausmaße. Ohne beständigen Einsatz von Räumfahrzeugen wären die Straßen schnell nicht mehr zu passieren gewesen. Drei Tage lang. Drinnen war es saugemütlich und mit diesem Traumblick gut auszuhalten.

 

 

 

 

 

 

 

 

Draußen sein quittierte die kleine Dame mit sofortigem Weinen, nicht wegen Schnee, den sie mag (auch essen, grmpf), sondern wegen des Windes, der den Atem nahm.

Und weil uns bei aller Gemütlichkeit doch die Decke auf den Kopf fiel, haben wir einen witzigen Ort aufgesucht: die größte weltweite Kaffeekannensammlung

Kaffeekannen-Massen-Aufkommen

 

 

 

 

 

 

Kaffeekannenvielfalt

 

 

 

 

 

(hier mein Spezialfund, Mitte oben, ich hab´ ein passendes Zucker- und Milch-Paar – mal geschenkt bekommen, vor laanger Zeit und noch nie etwas Verwandtes gesehen)

und – unter gleichem Dach – ein Tobeland, das das Klein-Damen-Highlight des Urlaubs geworden ist.

Tobeland

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aber wir haben es uns auch drinnen gut gehen lassen. Mit Lesen (endlich mal wieder), Kneten für die kleine Dame, Steine vom Strand anmalen und den lange schon gehäkelten Traktor endlich auf ein passendes Shirt genäht. Außerdem noch mehr Häkeln… aber dazu später mehr.

Häkeltraktor

Langarmshirt mit Häkeltraktor

upcycling T-Shirt (die Zweite) und Kein-Ohr-Hasentroschkas

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Wieder so ein geliebtes aber zu klein gewordenes T-Shirt. Viel zu schade zum Weggeben. Was ´draus machen und dabei upcyclen, mit Häkel-Gedöns daran:

upcycling T-Shirt zuschneiden

Hier geht´s ans Zerschnipseln. Mit einem Tunika-Schnitt für die kleine Dame, den Körper und die Ärmel mache ich dabei ein bißchen weiter, damit es auch bequem über Langarmshirts passt.

 

 

 

gehäkelter Kragen

 

 

 

Dazu ein eingenähter gehäkelter Kragenabschluss: eine Luftmaschenreihe, eine Reihe feste Maschen darauf und dann noch eine, bei der in jede siebte Masche zwei feste gehäkelt werden, also zugenommen, damit das Band sich rundet. Die weitere Seite zum T-Shirt hin annähen.

 

 

Und aufgenähte Häkelkreise als Taschen. Einfach die oberen 2/5-tel nicht zunähen. Wie Kreise gehäkelt werden, kann man googeln. Ich hab´s mehr frei Schnauze gemacht – inclusive wieder aufribbeln einiger Fortschritte.

 

 

 

 

 

Und dann: Tadaaa…

upcycling T-Shirt türkis

Die fertige Tunika. Die kleine Dame mag sie sehr gern.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

So, nun eine Frühlingsschnapsidee. Die mit Tafellack bemalten Matroschkas hatten bis heute noch ihre Weihnachtsbemalung, ähäm. Nu also abgeputzt und mit der kleinen Dame (größtes Werk) die Osterbemalung aufgetragen.

Frühjahrstroschka

Hasentroschka

 

 

 

Leider sind die zwei kleinsten aber Keinohrhasen. Ich muss mir noch was ausdenken, wie ich wieder ablösbare Hasenohren machen kann… Vielleicht Washitape? Mal sehen.

 

 

 

Und hier gibt es mehr zum upcycling-Dienstag und zum Creadienstag.

 

 

Und noch ein Nachtrag: Die kleinen Hasen sind tatsächlich – mit Hilfe von Washitape – noch zu Ohr-Hasen-Troschkas geworden:

Ohrhasenmatrioschkas

Wolle machen! Aus T-Shirts: Upcycling Dienstag

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Ich habe Häkelwolle gemacht. Aus uralten T-Shirts. Wenn man die Ärmel vorher auch noch zunäht ist der verwendbare Schlauch sogar noch länger. Die Anleitung, genial einfach, habe ich hier her.

Jerseygarn selber machen

 

Jersey-Garn-Knäuel-Planet

 

 

 

 

 

Das hier sieht aus wie ein Garn-Planet vorm Teppichuniversum.

T-Shirt-Garn

 

T-Shirt-Garn

Das soll mal ein Badezimmerteppich werden. Fortschritte demnächst hier. Die Liebste ist auch im Häkeljerseygarnprojekteerfindungsfieber.

Andere up-cycling-Projekte wie immer bei www.zepideh.blogspot.de.

12 von 12 im Januar ´13

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wieder einmal… zwölf Fotos vom Zwölften eines Monats, eine Aktion von Caro (Draussen nur Kännchen).

Meine Kamera ist aber weg. Wie also Fotos machen? Bleibt die Kinderkamera der kleinen Dame (die sich doch jüngst zu Weihnachten „einen Fotoapparat…einen echten!“ gewünscht hatte. Mit zweieinhalb! Dass die Mütter sich haben erweichen lassen, wirkt polarisierend: von unmöglich bis cool, alles schon gehört). Dass mir das quietschbunte Ding mal einen Blogeintrag ermöglicht, hätte ich auch nicht gedacht. Grottige Fotoqualität, aber sowas kann ja auch mal kurzzeitig zu Kunst erklärt werden. So sei´s denn:

Digital Image

Weihnachtsschmucksalat vom gestern abgeschmückten Weihnachtsbaum teilwegsortiert;

 

 

 

 

 

 

 

Digital Image

 

 

 

 

 

 

und die Krippe am Weihnachtsbaumplatz wieder aufgebaut, weil die kleine Dame wie verrückt damit spielt: „Maria, willst Du jetzt wieder Deine Katze füttern?“ (verkauft ihr eine Packung Kaufladen-Wiskas);

 

Lesestöffchen

 

 

 

 

 

 

 

Das Magazin der Süddeutschen Zeitung von gestern geschmökert: Mal wieder ein schöner Artikel über Regenbogenfamilien und deren Kinder! Erfreulich;

 

Digital Image

Und endlich die Haselnuss aufs Haferflockenplätzchen genäht: so heißt nämlich die von der kleinen Dame gewünschte, von mir gehäkelte und nun endlich mit dem Bommel abschließend gekrönte Mütze. Ich habe eine gekaufte Ähnliche, und die optische Nähe zu den alljährlichen Haferflockenplätzchen meiner Mama ist unübersehbar;

Digital Image

 

 

 

 

 

 

Dann aber doch an die dringend notwendige Schreibtischarbeit gemacht – immerhin mit Kerzenschein,

Teepause

 

 

 

 

 

 

einer Tasse Tee und Tante Reginas Weihnachtskeks;

Winterkinder

 

 

 

 

 

Und noch´n bisschen Zeit gefunden zum Angucken der Winterkinder auf der Kommode…

und der übrigen Weihnachtsdinge, bevor die weichen müssen.

 

Weihnachtsdekoreste

 

 

 

 

 

 

 

Digital Image

 

 

 

 

 

Im Sonnenschein draußen Platz gemacht – alte Heidekrauftöpfe dem Kompost anvertraut – und auf Tannenzweige ein Fichtenzapfenmandala gelegt – mit Herzilein-Mitte. Beim Foto war es denn doch schon etwas dunkel… Woher jetzt das Tannengrün? Hm, unsere Nordmanntanne wartet im Garten auf Abtransport und da dachte ich: die Rose könnte frieren, also ihr warme Füße machen (bei dem warmen Winter ist das ja noch nicht zu spät)… und wie den Weihnachtsbaum noch upcyclen? Also ein bisschen Vor-der-Haustür-Deko draus gemacht. Er war so groß, man sieht ihm nicht mal an, dass sich die Gartenschere an ihm vergriffen hat;

 

Digital Image

 

 

 

 

 

Im Dunkel keine Lust gehabt in die Scheune zu gehen, deshalb den Plastikmüllsack einfach mal bis morgen vor die Haustür gestellt. In der Scheune fressen die Mäuse den sowieso an. Was die alles mögen! Na, die Äpfel haben sie ja inzwischen auf. Grmpf;

 

Kaufladensalat

Über Kaufladeninhaltsalat auf dem Teppich gefreut (wo ich heute die kleine Dame arbeitsbedingt schon bei Omiopi abgeben musste, was sie allerdings super fand);

 

Glotze

 

 

 

Und dann noch ein bisschen mit der Liebsten von der Glotze berieseln lassen und dabei gebloggt.

Ohne Foto: Wunderschönste Wintersonne genossen, mit einem kurzen aber sehr lichtvollen Feldspaziergang… schööön. Das war mein Tag.

Eine sonnige nächste Woche Euch! Andere 12 von 12-s gibt es bei Caro, siehe oben.

Bunt statt braun. Yarnbombing und politische Statements an Jägerzäunen.

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In einer kleinen Kurstadt in unserer Nähe wurde auch in diesem Jahr wieder Alles mobilisiert, was bunt ist. Es ging darum, einem Aufmarsch von Neonazis (die in dem kleinen Ort eine Gedenkstätte definiert haben und an einem Tag jedes Jahres seit 2006 in – inzwischen allerdings schwindenden – Massen hinpilgern und aufmarschieren) zu zeigen dass sie und ihr  Gedankenkonglomerat nicht erwünscht sind.

In diesem Jahr halfen aber (soweit ich weiß zum ersten Mal) die Maschen des Yarnbombing mit, den Braunen zu zeigen, was bunt ist. In berührend überwältigenden Mengen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und Regenbogenflaggen gab es auch jede Menge, manche mit Peace-Aufschrift, eine mit Schwulen-Zeichen und viele „neutrale“. Das freut das Regenbogenfamilien-Herz. Mitten im ländlichen Kurort!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Als wir heute, die Liebste, die kleine Dame und ich, als reine Yarnbombing-Touristinnen (kein Foto-Wetter, aber die Farben machen´s wett) nochmal hingefahren sind, trafen wir eine alte Frau auf der Straße, die uns erzählte, sie habe gar nicht spazieren oder mal gucken gehen können, gestern, weil die Polizei alles abgeriegelt hatte und sie wegschickte.

 

 

In ihrem Haus würden jüdische Familien leben, sagte sie, eine davon sei weggefahren, eine sei gelassen dageblieben und eine andere ältere Dame, die zuhause blieb,  habe viel Angst ausgestanden und sich in der Wohnung quasi verschanzt, weil das Ereignis für sie so viel Altes hochhole. Sie habe seit ihrer Kindheit noch eine Zahl auf ihrer Hand eintätowiert.

Erstmal durchatmen beim Denken an die Dame; diese Perspektive von EinwohnerInnen des Städtchens hatten wir noch nicht mitgedacht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In den Medien hieß es, es waren viel weniger Neonazis da, als in den letzten Jahren. Alle Proteste und Widerstände gegen sie  waren friedlich aber laut und deutlich. Die eben erwähnte Frau sagte auch noch, dass die Mikrophone oder Verstärker der braunen Kundgebung ausgefallen seien und dass alles Umstecken und `Rumreparieren erfolglos blieb. So konnten sie sich an dieser Stelle kein Gehör verschaffen. Und das Sitzblockieren anwesender Antifa-AktivistInnen hat´s tatsächlich geschafft, dass der Aufmarsch mit dreistündiger Verspätung und die anschließend in der nahen Großstadt geplante Kundgebung der Neonazis aus Zeitgründen überhaupt nicht mehr stattfinden konnte. Das ist erfolgreich!

Eine Schule macht mit.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und viele Stricker- und HäklerInnen waren hier lange am Werk:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bäume und ein Stromkasten, Steine und Straßenpfähle und die Luft ist frei für Wimpelketten.

Danke all den verschiedenen bunten Leuten, die sich hier organisiert und so intensiv und fröhlich zu einem ernsten Phänomen engagiert haben. Stimmts?!

Ein link zum Schluss: http://www.bad-nenndorf-ist-bunt.com

Puppe Nr. 1

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Puppe Nr. 1 hatte die kleine Dame zu ihrem ersten Geburtstag bekommen, nachdem ich sie ziemlich aufgeregt, ob mir das wohl wohlgelingt, tagelang nach Waldorfpuppen-Anleitung zugeschnitten, genäht, gestopft und gestickt hatte.Bisher trug sie ein von der Liebsten genähtes Wollkleid oder nur die hier abgebildete Windel, aus einem Stück Schlauchverband gemacht, in der Mitte an einem Punkt zugenäht.

Nun, viele Monate später sind, wie weiter unten schon erwähnt, endlich ein paar weitere Klamotten für sie aus meiner Häkelnadel entschlüpft.

Erst eine kleine Mütze…

Dann Kapuzenjacke mit runden Taschen und Strampelanzug mit

Bauchknöpfchenblume.

Die kleine Dame weiss die neuen Möglichkeiten sehr zu schätzen und Puppe Nr. 1 ist noch viel interessanter geworden… Wieder was zum Knöpfe auf und zu machen und „an!“, „aus!“.

Die kleinen Puppenknöpfe habe ich, noch alle sechs zusammen auf ein Stück antiker Originalverpackungs-Pappe aufgenäht, im geerbten Nähkästchen der 99 Jahre alt gewordenen Großtante der Liebsten, Geika, gefunden.